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Sehenswertes
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St.-Matthäus-Kirche Die St.-Matthäus-Kirche in Padingbüttel ist eine romanische Granitquaderkirche auf einem Ausbauhügel der Dorfwurt. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert gebaut, die Ersterwähnung des Kirchspiels erfolgte erstmals am 5. März 1365 in einer Urkunde des Hannover Staatsarchivs. Paul Endmer ist als erster lutherischer Pfarrer 1557 in einer Neuenwalder Urkunde genannt. Süd- und Ostabhang sind mit einem Graben umgeben. Der mächtige Westturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente früher als Seezeichen für die Schifffahrt. Der Turm hat ein Findlingsfundament, auf diesem steht ein Sandsteinsockel, darüber folgt Backstein.
Die Turmostwand hat in Firsthöhe zwei Lichtschlitze (Schießscharten), der Turmhelm wurde bei der Sturmflut im Februar 1825 vom Blitz zerstört und ist jetzt mit Schiefer gedeckt. Der Granitquader des Kirchenschiffs ist bis Höhe der Fensterbrüstungen ein aus Findlingen geschlagener Scheinquader, der nur nach außen regelrecht zugeschlagen, nach innen aber bucklig belassen wurde. Er ist als zweischalige Wand aufgerichtet und mit Füllmauerwerk und Mörtel ausgesteift. Im Bereich der Fensterbrüstungen sind Sandsteinquader benutzt worden. Das Rundbogenportal im Norden ist erhalten, im Süden vermauert. Chor- und Schiffgiebel wurden mit Backstein erneuert. Die Wandflächen im Innern sind geputzt und weiß gekalkt. Chor und Kirchenschiff sind durch einen niedrigen Bogen getrennt. Der Chorraum besitzt drei Rundbogenfenster, von denen das Süd- und das Nordfenster farbig sind.
Vincent Lübeck, einer der bedeutenden Kirchenmusiker des 17./18. Jahrhunderts, der in Padingbüttel geboren wurde, machte hier seine ersten Fingerübungen an der Orgel.
Der Passionsflügelaltar mit großflächigem Relief nach zeitgenössischen Stichvorlagen stammt aus der Zeit von 1480 bis 1490. Gleiches gilt für die Kreuzigungsgruppe oberhalb des Chorbogens. Der Altar ist 1,80 m hoch und bei geöffneten Flügeln 2,40 m breit. Die Kanzel mit Portal, Gang, Treppe und vierfeldrigem Kanzelkorb war das erste größere Barockwerk im Lande Wursten (aus der Werkstatt von Jürgen Heidtmann aus Otterndorf, 1652). Gestiftet wurde die Kanzel vom Kirchspielvogt Eggerik Ludek Sibes vier Jahre nach dem Westfälischen Frieden.
Alle sieben Wurster Kirchen sind sogenannte Wehrkirchen. Das bedeutet, dass die Dorfbewohner sich in kriegerischer und schwieriger Zeit, z.B. Sturmfluten, in der Kirche sammelten und dort Schutz suchten. Ursprünglich gab es mit Imsum, Wremen und Dorum drei Hauptkirchen. Von Dorum aus wurde die neu gegründete Kapelle in Padingbüttel besetzt, die aber noch im 13. Jahrhundert durch Erhebung zur Taufkirche zu den Würden der plebani kam.
"Gott schuf das Meer, aber der Friese die Deiche!" Der Deich ist Schicksal für das Land. "Wer nich will dieken, de mutt wieken", hieß es in der alten Zeit. Mit Spaten, Tragen und Karren ist in mühevoller, kaum vorstellbar schwerer Arbeit der Deich gebaut worden. Manch einer hat vor den Naturgewalten kapituliert. Er steckte dann seinen Spaten in den Deich und gab auf. Nach dem "Spatenrecht" übernahm derjenige den Landbesitz hinter dem Deich, der den Spaten herauszog und damit die Arbeit des Deichbaus fortsetzte. Im 12. Jh. n. Chr. schloss sich der "güldene Ring" als erster zusammenhängender Deich vor der Wurster Küste. "Gott schuf das Meer, aber der Friese die Deiche!" - Ein stolzes Wort, das aber beileibe keine menschliche Überheblichkeit vor der Schöpfung war. Zu jener Zeit waren die Bewohner der Küstenregion bereits Christen. Sie hatten schon die ersten Gotteshäuser auf den höchsten Wurten des Landes errichtet, die Ihnen Zuflucht in Notzeiten und Schutzburgen waren.
Der Deich ist des Landes Sicherheit. Nach der großen Sturmflut von 1962 hat es trotz Einsatz modernster Technik mehr als 20 Jahre gedauert, bis die Planvorstellung des Deichschutzes erreicht wurde.
Auf der Höhe von Padingbüttel beträgt die Deichhöhe 8,80 m bis 8,90 m NN. Der Deichfuß einschließlich der Deichverteidigungsstraße misst 77 Meter. Mit der Erhöhung des Deiches ab 1963 änderte man auch gleichzeitig dessen Profil. Die Innenböschung wurde von 1:2 in 1:3 abgeschrägt. Man glaubt heute, mit dieser Neigung die Gefahr der Kappstürze verringern und ein besseres Abrollen der Wellen ermöglichen zu können. Die Neigung der Außenböschung beginnt oben mit 1:4 oder 1:5, geht dann in 1:6 und schließlich in 1:8 über. 1965 betrugen die notwendigen und zu bewegenden Erdmassen für den laufenden Meter Deich 246,55 cbm.
Texte und Schwarz-Weiß-Bilder entnommen aus: Borger-Keweloh, Nicola, KulturRouten Niedersachsen, Bd. 5, Region Elbe-Weserdreieck und Bremen, Hamburg 2000. Dircksen, Jens u. Dircksen, Claudia, Land Wursten - Bilder aus der Geschichte einer Marsch, Bremerhaven 1988. Dircksen, Rolf, Am Meer und hinter dem Deich - Das Land Wursten, Hamburg 1981. Hey, Gerd u. Schürmann, Gerd, Wurster Mosaik, Gesichts- und Geschichtspunkte beim Spaziergang in Wremen, Otterndorf / Niederelbe 1988.
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